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Werkzeugklassen im eLearning-Bereich

Grundsätzlich lässt sich für den Bereich eLearning danach unterteilen, ob Lerninhalte einfach orts- und zeitunabhängig zum Abruf bereitgestellt werden (bspw. als Web-Based Training) oder ob Lernende und Lehrende nur räumlich getrennt, aber synchron virtuell (bspw. in einem Online-Seminar) zusammenkommen. Darüber hinaus sind auch Blended Learning Ansätze denkbar – also die Kombination von Präsenzlernen und eLearning.

Lernmanagementsysteme (LMS)

Ein LMS stellt eine virtuelle Lernumgebung mit unterschiedlichen Lehr- und Lernmaterialien bereit. Dabei liegt der Fokus auf der Bereitstellung von E-Learning-Inhalten und teilweise auch auf deren Bearbeitung.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Lernumgebung

    eine personalisierbare Lernumgebung für die Lernenden

  • Lernmodule

    die Bereitstellung von Lernmodulen mit Multimediamaterialien

  • Unterstützungsfunktion

    die Unterstützung von Prüfungen, Tests und Umfragen

  • Austauschfunktion

    die Unterstützung des Austausches der Lerngruppen (bspw. in Chats oder Diskussionsforen

  • Verfassen von Inhalten

    kollaboratives Verfassen von Inhalten (bspw. in Form von Wikis oder Blogs)

Beispielhafte OpenSource LMS sind:

  • ILIAS, welches innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft für die Mitarbeiterweiterbildung (Fraunhofer Lernwelt) eingesetzt wird,
  • Moodle, welches in der Otto-von-Guericke Universität für die Studierenden angeboten wird,
  • Stud.IP, welches bspw. an der HS Harz in Kombination mit ILIAS genutzt wird.

Für die drei genannten Werkzeuge liegen beim Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg Anwendungserfahrungen sowohl als Dozierende als auch als Lernende vor. Die Erstellung der konkreten Lerninhalte erfolgt jedoch zumeist durch entsprechende Autorentools.

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Lesetipp

Steckbrief – Microlearning:
Kurze Lerneinheiten auf dem Smartphone nutzen

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Autorenwerkzeuge

Die Schulungsinhalte so genannter Web-Based Trainings (WBT) werden häufig auf Basis von in der Präsenzwelt etablierten Werkzeugen aufgesetzt. Damit soll eine Wiederverwendung von bestehenden Inhalten unterstützt werden. Viele Autorentools setzen daher auf Microsoft Powerpoint auf und sind als Add-In direkt in der Powerpoint-Oberfläche zugreifbar. Je nach Werkzeug handelt es sich dabei um ein Einzelwerkzeug wie iSpring oder – wie im Falle von Articulate oder Adobe Captivate – sie sind in eine komplexere Toolbox integriert. Weiterführende Werkzeuge aus solchen komplexeren Toolboxen sind in diesem Beitrag als „Spezialwerkzeuge“ beschrieben.

Aktuell arbeitet das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg an einem WBT für das Thema “Digitale Geschäftsmodelle” und nutzt dafür das Autorentool iSpring. Da das Kompetenzzentrum nur einen einzelnen Kurs entwickelt, ist die Nutzung eines umfangreichen LMS nicht zielführend. Der fertige Kurs wird anschließend auf unserer Webseite veröffentlicht. Hierfür wird ein entsprechendes Plugin unseres Content Management Systems (CMS) WordPress genutzt.

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Die auf Powerpoint aufsetzenden Werkzeuge bieten bspw.

  • anpassbare Interaktionsvorlagen
  • Quiz und Umfragen
  • Einbindung von Multimedia-Elementen (z.B. Screencast, YouTube-Video o.ä.)
  • teilweise Videobearbeitung
  • Einspielen von Tonaufnahmen pro Folie
  • Registerkarten, Akkordeon, FAQ, Glossar
  • Zeitleiste/Prozess (zur Übersicht über den Fortschritt der Lerneinheit)
  • Umfangreiche Grafiksammlungen (u.a. auch zur Gestaltung von Charakteren/Avataren).

Die erstellten Inhalte können oftmals direkt in LMS veröffentlicht werden. Bei der Auswahl sollte daher auf die jeweilige Kompatibilität geachtet werden.

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Spezialwerkzeuge

Bei der Gestaltung von Lerninhalten ist man nicht auf das „klassische“ Web-Based Training in Form eingesprochener Powerpoint-Präsentationen mit erweiterten Interaktionsmöglichkeiten beschränkt. Lerninhalte können bspw. auch in Form von Lernspielen –  also der spielerischen Aneignung oder Überprüfung von Wissen – oder Lernvideos – ob als Aufnahme einer Realsituation oder Erklärvideo (Animation) – umgesetzt werden. Für beides gibt es spezielle Werkzeuge, die ggf. in ein größeres Werkzeugpaket integriert sind.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg hat ein Digitalisierungs-Quiz mit dem Dienst Kahoot! entwickelt. Probieren Sie es aus und testen Sie Ihr Digitalisierungswissen.

Software für Online-Seminare

Mittels Online-Seminar-Software lassen sich klassische Frontalpräsentationen zumindest ortsunabhängig durchführen. Zu einem festgelegten Zeitpunkt treffen sich Lehrende und Lernende online. Einige Plattformen sind komplett browserbasiert, für andere muss ggf. ein Client heruntergeladen werden. Zu den Kernfunktionen gehören:

  • Audio- und Videokommunikation der Teilnehmenden

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  • paralleler Chat für die schriftliche Kommunikation

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  • Bildschirmteilen und Freigabe der Steuerung (Mauszeiger übernehmen)

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  • Mitschnitt des Online-Seminars

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  • Befragungen

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  • virtuelles Whiteboard zur Erstellung gemeinsamer Inhalte

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  • Analysefunktionen (bspw. bzgl. der Aktivität der Teilnehmenden)

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Für die Durchführung von Online-Seminaren ist ein handelsüblicher PC/Laptop völlig ausreichend, zumindest für die referierenden Personen sollte ein gutes Mikrofon bzw. Headset und eine gute Webcam vorhanden sein. Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg führt Online-Seminare bspw. mit der Software Zoom durch. Hierfür sind einige Einstellungen notwendig, um DSGVO-konform Online-Seminare durchzuführen. Welche das sind haben wir auf unserer Zoom-Hinweisseite zusammen getragen. Dort finden sich auch kleinere Anleitungen zur Benutzung der Software.

Software für Online-Workshops

Online-Workshops

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Online Wissen vermitteln

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Im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg hat sich die Kombination von Miro oder Conceptboard mit Zoom bewährt. Zoom ermöglicht mit der Funktion der “Breakout-Sessions” die Teilnehmende in kleinere Gruppen aufzuteilen, die dann nur untereinander diskutieren. Wird jeder Gruppe ein Bereich im interaktiven Whiteboard zugeordnet, können alle Gruppen trotzdem parallel arbeiten, kommunizieren aber nur innerhalb der Gruppe. Die moderierende Person kann dann zwischen den “Breakout-Sessions” hin und her springen und ggf. unterstützen.

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Im Gegensatz zu Seminaren die oftmals die Wissensvermittlung in “Frontalpräsentation” fokussieren, sind die Workshops doch zumeist interaktiver. So ist jedenfalls die Unterscheidung zwischen Seminaren und Workshops im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg. Die bestehenden Online-Seminar-Softwareanbieter unterstützen die Interaktion jedoch nur sehr rudimentär. Die Kommunikation ist natürlich über Video, Ton oder Chat möglich, teilweise werden auch Whiteboards angeboten, die zumindest das gemeinsame Sammeln von Inhalten ermöglichen. Allerdings ist hier nur die Steuerung des Whiteboards durch eine moderierende Person möglich (die dieses Recht meist auch an andere Teilnehmende vergeben kann). Um Workshops mit Gruppenarbeiten und analogen Moderationsmethoden adäquat in die digitale Welt zu überführen, haben sich so genannte “Interactive Whiteborad Tools” etabliert. Dies Werkzeuge bieten die parallele Bearbeitung von Inhalten über den Webbrowser an. Organisatoren können vorlagenbasiert die Arbeitsinhalte vorbereiten. So lassen sich bspw. unterschiedliche Vorlagen für die Modellierung von Geschäftsmodellen (bspw. Business Model Canvas), Design Thinking (z.B. Personas) oder Agiles Projektmanagement (bspw. Sprint Backlogs oder Retrospectives) finden. Über das Teilen des Links oder Einladung von angemeldeten Nutzern kann Zugriff auf das digitale Whiteboard gegeben werden. Oftmals können auch Audio- bzw. Videoübertragungen ermöglicht und Bildschirme geteilt werden. Zu den bekannten Werkzeugen gehören bspw. Miro oder Conceptboard. Die Werkzeuge übernehmen damit auch Funktionen von Werkzeugen für Online-Seminare.

Digitale Unterstützung von Präsenzveranstaltungen

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg hat sehr gute Erfahrungen mit so genanntem “Blended Learning” gemacht. Hierbei werden Präsenz- und Online-Lernphasen abgewechselt. Jedes Format wird für die passenden Inhalte gewählt. So ist es bspw. derzeit noch nicht möglich, die haptischen Erfahrungen bspw. mit Lego-Bausteinen zur Vermittlung von agilem Projektmanagement digital adäquat abzubilden. Daher werden Präsenzveranstaltungen auch weiterhin zum Angebot des Kompetenzzentrums gehören.

Doch auch diese klassischen Formate lassen sich mit digitalen Werkzeugen unterstützen. Mittels Audience Interaction Tools können die Teilnehmenden sehr gut in die Veranstaltung eingebunden werden. Mit diesen Werkzeugen – bspw. Mentimeter, Slido, Wooclap – können die Teilnehmenden mit ihrem Smartphone abstimmen. Meist stehen verschiedene Fragetypen bereit und Ergebnisse können live und anonym präsentiert werden. Die meisten dieser Tools bieten ein Freemium-Geschäftsmodell an, d.h. eine begrenzte Anzahl von Fragen kann kostenfrei genutzt werden.

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Ab dem 22. September 2020 startet erneut unsere Blended-Learning-Reihe “Industrie 4.0 – Integration und Anwendungen”. Erleben Sie Treiber und Grundlagen der Industrie 4.0 in der Integration und in Anwendungen an praktischen Beispielen und Modell-Anlagen. Sie können sich für einzelne Terminslots, sowie für alle Termine anmelden.

Unsere Beispiele
aus der Praxis

EUMEDIAS Heilberufe
AG

Wolpert Schulungszentrum

I.D.L. Institut für Diagnostik und Lerntraining GmbH

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  • ANSPRECHPARTNER

Dr. Stefan Voigt

Dr. Stefan Voigt

Stellvertretender Leiter
  • KONTAKT

    Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg “vernetzt wachsen”
    c/o Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozessinnovation ZPVP GmbH
    Sandtorstraße 23
    39106 Magdeburg

    0391 – 544 86 222