DIGITALISIERUNG
ZUM
ANFASSEN

Industrieroboter programmieren – Kann ich das selbst?

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Durch die “Mensch-Roboter-Kollaboration -MRK” entstehen neue Blickwinkel und Möglichkeiten auch für #KMU

MRI

DIE AUSGANGSLAGE

Heutzutage gibt es viele Vorurteile gegenüber dem Einsatz von Industrierobotern. So sollen sie zu teuer sein. Anschaffungskosten in einem 6-stelligen Bereich sind nicht unüblich. Dazu kommen dann noch Wartungs- und Energiekosten. Nicht zu vergessen sind auch Kosten zur Programmierung dieser Roboter durch externe Dienstleister. Des Weiteren sind Roboter häufig nur sehr spezifisch einsetzbar. Dies schränkt deren Aufgabenbereich stark ein, sodass sie nur bei sehr vielen Tätigkeitswiederholungen und großen Stückzahlen effizient einsetzbar sind. Auch die Belegschaft hat ihre Vorbehalte. Nimmt mir der Roboter jetzt meinen Arbeitsplatz weg und wie sieht es eigentlich mit meinem Arbeitsschutz aus?

DIE LÖSUNG

Unser Demonstrator zur Roboterprogrammierung zeigt eine Möglichkeit, wie man auch ohne großes Wissen über die Robotik, einen Roboter selbstständig programmieren kann. Die Aufgabe, die hier bewältigt werden soll, ist das Besprühen eines Objektes. Hierzu kann ein Nutzer mittels visueller Eingabe auf einem Touchbildschirm den Sprühpfad auf diesem Objekt angeben. Der Roboter wird dann entsprechend der menschlichen Anleitung diesen Pfad abfahren. Nachgelagerte, automatische Optimierungen erreichen, dass der Roboter diese vorgegebenen Bewegungen möglichst material- und energieschonend durchführt. Durch seine ergonomische Form und feinfühligen Gelenkmomentsensoren verhindert er zudem das Einklemmen und stoppt automatisch bei Kollisionen. Dies ermöglicht das kooperative Arbeiten mit dem Roboter.

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Der Roboter ersetzt nicht den Menschen, sondern ergänzt seine Fähigkeiten und nimmt ihm belastende Arbeiten ab.

„Roboterprogramme sind sehr einfach aber trotzdem in der aktuellen Praxis teuer. Daher stellten wir uns die Frage: Was wäre, wenn ich als Laie selbst mein Programm erstellen kann. In diesem Demonstrator haben wir genau diese Vision wahr werden lassen.“

Prof. Dr. Frank Ortmeier (Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Magdeburg)
Frank Ortmeier

DAS HAT ES GEKOSTET

Für den Demonstrator sind verschiedene Bestandteile notwendig. Der 7-Achs Roboter mit Fähigkeit zur Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) hatte dabei die größten Anschaffungskosten in Höhe von ca. 100.000€. In der Praxis sind aber auch 6-Achs-Roboter ohne MRK im Kostenrahmen von 10.000- 20.000 € erhältlich. Zusätzlich wurde noch ein Touchbildschirm mit drehbaren Standfuß beschafft. Dieser umfasst etwa 15.000€. Hier kann allerdings auch ein handelsübliches Tablet gewählt werden. Für den Aufbau sind ebenfalls nochmal ca. 5000€ für das Material notwendig. Schließlich sind für die Entwicklung und Anpassung der Software etwa 30.000€ anzusetzen.

DAS WÜRDEN WIR NIE WIEDER MACHEN

Am Anfang setzten wir auf eine drahtlose Netzwerkverbindung zwischen den verschiedenen Komponenten. Es stellte sich aber heraus, dass Unterbrechungen des Netzwerkes häufiger zu einem Systemausfall führten. Durch eine drahtgebundene Verbindung lief der Demonstrator deutlich stabiler.

WORIN LIEGT DER NUTZEN?

Roboter können Menschen die Aufgaben abnehmen, die viele Wiederholungen bspw. bei der Qualitätskontrolle oder großen Kraftaufwand bspw. in der Produktion benötigen. Dadurch können sich Menschen vermehrt auf die wichtigen kreativen Prozesse konzentrieren. Der Demonstrator zeigt dabei wie Menschen Roboter anleiten können ohne diese zeitaufwändig programmieren zu müssen.

 

  • Ansprechpartner

    Frank Ortmeier
    Sebastian Nielebock

    Otto-von-Guericke Universität
    Fakultät für Informatik  I  Gebäude 29
    Gustav-Adolf-Straße 15
    39106 Magdeburg

  • Branche & potenzieller Einsatzbereich

    Produktion, Fertigung und Qualitätskontrolle

Weitere Informationen zum Thema finden Sie beispielsweise in diesem Leitfaden:

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