DIGITALISIERUNG
ZUM
ANFASSEN

Wie die Digitalisierung die Wertschöpfung verändert – Geschäftsmodelle zum Anfassen und Ausprobieren

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„Geschäftsmodelle zum Anfassen“ im Realtechnikum des Virtual Development and Training Centre (VDTC) des Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -auto- matisierung IFF

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Erleben Sie „Geschäftsmodelle zum Anfassen“!

Wir bieten regelmäßig geführte Touren zum Entdeckten und Erleben unserer Demonstratoren an.

DIE AUSGANGSLAGE

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft ist allgegenwärtig. Vergleichsweise junge, vor zehn oder 15 Jahren als Start-up gegründete Unternehmen zählen heute zu den wertvollsten Unternehmen der Welt und laufen den „alteingesessenen“ Großkonzernen den Rang ab. Über Jahrzehnte erfolgreiche Familienunternehmen haben Probleme mit plötzlich am Markt auftretenden, schnell wachsenden und häufig international verankerten Unternehmen Schritt zu halten. 

In diesem Zusammenhang wird häufig von disruptiven Geschäftsmodellen berichtet, die das Potenzial haben, die bisherige Branchenlogik auf den Kopf zu stellen. Doch was ist eigentlich ein Geschäftsmodell? Mit welchen Methoden können Geschäftsmodelle systematisch er- oder bearbeitet werden und wie können Geschäftsmodelle „anfassbar“ werden?

Schon damals war klar: Jedes Unternehmen verfügt mindestens über ein Geschäftsmodell – unabhängig davon, ob es dieses nun explizit artikuliert oder nicht. Obwohl „Geschäftsmodelle“ also kein neues Thema im wissenschaftlichen Diskurs darstellen, gibt es bisher keine einheitlich verwendete Definition. Grob zusammengefasst, beschreibt ein Geschäftsmodell, was ein Unternehmen welchen KundInnen auf welche Art und Weise anbietet und wie es daraus Einnahmen erzielt. Etwas pragmatischer kann unter einem Geschäftsmodell die Art und Weise, wie ein Unternehmen Geld verdient, verstanden werden. Ein Unternehmen kann dabei ein oder mehrere Geschäftsmodelle einsetzen. Wird ein Geschäftsmodell verändert oder neu entwickelt, entsteht daraus im besten Fall eine Geschäftsmodellinnovation. Im Vergleich zur Produkt- oder Prozessinnovation wird der Geschäftsmodellinnovation mittel- bis langfristig ein größeres wirtschaftliches Erfolgspotenzial zugesprochen.

DIE LÖSUNG

Zur Gestaltung eines neuen oder zur Weiterentwicklung eines bestehenden Geschäftsmodells bestehen vielfältige Methoden und Werkzeuge.

Eine in der Praxis häufig eingesetzte Methode ist die Business Model Canvas – eine im Kern aus neun Elementen bestehende Darstellungsform eines Geschäftsmodells. Neue Geschäftsideen können auf diese Weise vergleichsweise einfach im Team visualisiert, detailliert und hinsichtlich deren Wechselwirkungen zum bestehenden Geschäftsmodell diskutiert werden. Die Business Model Canvas bietet das Potenzial einer einheitlichen Sprache, mit der Geschäftsmodelle beschrieben, verändert und bewertet werden können.

Im Rahmen zahlreich durchgeführter Workshops und Vorträge konnte festgestellt werden, dass das theoretische Konstrukt „Geschäftsmodell“ – insbesondere im Kontext der Digitalisierung – trotz der vielen etablierten Methoden für viele Führungskräfte und Mitarbeitende schwer fassbar ist. Um diese Thematik besser zu veranschaulichen und vor allem greifbar zu machen, entstand die Demonstrationsfläche des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Magdeburg.

Mit der Demonstrationsfläche werden zwei Ziele verfolgt. Einerseits sollen Führungskräfte kleiner und mittlerer Unternehmen für das Thema „Geschäftsmodelle“ grundlegend sensibilisiert werden. Andererseits wird versucht, BesucherInnen die Potenziale von (partiell) digitalen Geschäftsmodellen erlebbar zu machen. Um diese Ziele zu erreichen, wird gemeinsam mit dem Publikum ein konventionelles Geschäftsmodell einer definierten Branche erarbeitet und dieses einem innovativen, digitalen oder partiell digitalen Geschäftsmodell gegenübergestellt. 

 

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Die neun Kernelemente der Business Model Canvas

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Das “begehbare” Business Model Canvas auf dem Fußboden des Realtechnikums.

WORIN LIEGT DER NUTZEN?

Der Demonstrator greift auf die oben beschriebene Business Model Canvas zurück. Diese wird in Form einer kleinen, eigens für die Demonstrationsfläche entwickelten Anwendung eingesetzt, um mit den BesucherInnen ein konventionelles Geschäftsmodell einer vordefinierten Branche zu erarbeiten. Die Visualisierung erfolgt für alle BesucherInnen gut sichtbar auf einem großen Bildschirm. Nach einer kurzen Diskussion von Stärken und Schwächen des konventionellen Geschäftsmodells erfolgt die Vorstellung eines innovativen Geschäftsmodells der gleichen Branche. Dazu wird ebenfalls die Business Model Canvas eingesetzt. Um das innovative Geschäftsmodell zu mindestens in Teilen auch wirklich erlebbar zu machen, werden die für das Geschäftsmodell entscheidenden digitalen Technologien in Form von physischen Exponaten demonstriert. Die BesucherInnen werden zu den ausgewählten Exponaten geführt, wo jeweils deren Ziel, Aufbau und Funktionsweise erläutert und vorgeführt werden. Dadurch wird den BesucherInnen die Einordnung der demonstrierten digitalen Technologien in den Kontext des betrachteten Geschäftsmodells erleichtert.

 

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Als Schlüsselressource wird der 3D-Drucker, als Produzent des individuellen Speilzeugs im Business Model Canvas dargestellt.

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Bisher implementiert ist ein Szenario der Spielzeugbranche. Das demonstrierte innovative Geschäftsmodell zeichnet sich dadurch aus, dass die Kundschaft „Kind“ das Spielzeug selbst gestalten kann. Dieses Wertangebot wird einerseits über eine Website bzw. eine App zugänglich gemacht und andererseits über Veranstaltungen – wie z.B. Geburtstagsfeiern – angeboten. Im Gegensatz zu konventionellen Spielzeugherstellfirmen können dadurch nicht nur Erlöse aus dem Verkauf der Produkte realisiert werden, sondern auch aus der Durchführung von Veranstaltungen. Ein weiterer wesentlicher Vorteil dieses Geschäftsmodells besteht in dem, durch die Veranstaltungen bedingten Kontakt zur Kundschaft, den viele konventionelle Spielzeugproduzierende nicht oder nicht mehr haben. Das dabei generierte Wissen über die Probleme und Bedürfnisse (potenzieller) Kundschaft bildet die Basis für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen.

Auf der Demonstrationsfläche werden drei, für das Geschäftsmodell elementare digitale Technologien demonstriert. So wird u.a. mit dem webbasierten digitalen Baukasten ein Beispiel für einen innovativen Kundenkanal vorgestellt. Dieser erlaubt Kindern oder „Junggebliebenen“ dank vordefinierter Module selbst Spielzeug zu gestalten.

 

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WIR UNTERSTÜTZEN SIE!

In unserem Leitfaden können auch Sie mit der Business Model Canvas das eigene Geschäftsmodell darstellen, entwickeln und optimieren!

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DAS HAT ES GEKOSTET

Neben einigen Entwicklerstunden zur Umsetzung der Canvas-Anwendung auch ein paar „Denkfalten“ für die Suche nach Möglichkeiten, Geschäftsmodelle zu demonstrieren bzw. anfassbar zu machen.

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Robert Kummer

Robert Kummer

Digitale Geschäftsmodelle
  • KONTAKT

    Robert Kummer

    Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF
    Fraunhofer IFF I VDTC
    Joseph-von-Fraunhofer-Straße 1
    39106 Magdeburg

    0391 – 4090-138

  • Branche & potenzieller Einsatzbereich

    Produktion, Fertigung und Qualitätskontrolle

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