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Alles muss FLEXIBEL sein!?

Mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeitmodelle sind Schlagworte, die in der heutigen Zeit immer öfter zu hören sind. Verschiedene Megatrends, vor allem die Digitalisierung, aber auch die Flexibilisierung der Märkte oder die Veränderung der Wertvorstellungen von Mitarbeitern führen dazu, dass sich die Arbeit grundlegend verändert: Beschäftigte müssen sich in immer agiler werdende Organisationsstrukturen integrieren, Unternehmen müssen sich durch die Entwicklung neuer Arbeitszeitmodelle und Arbeitsplätze für die Zukunft aufstellen. Gleichzeitig müssen Unternehmen höhere Flexibilisierungsbedarfe erfüllen, um schnell auf die zunehmend individualisierten Kundenwünsche reagieren zu können.

Diesen Themen widmete sich das Präsenzseminar „„Arbeitszeitsouveränität in Zeiten der Digitalisierung“ am 28.05.2019 in Halle und am 27.06.2019 in Magdeburg. In konstruktiven Gesprächen und Diskussionen sowie im Erfahrungsaustausch zwischen den teilnehmenden Personen aus Unternehmen verschiedener Branchen und unterschiedlicher Betriebsgröße wurden Vorteile, aber auch Probleme und Herausforderungen flexiblen Arbeitens im Zeitalter digitaler Technologien herausgearbeitet.

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Digitalisierung bietet Chancen, auf die Flexibilitätsbedürfnisse der Unternehmen, Kunden sowie Beschäftigten einzugehen, da hierdurch die Arbeit nicht mehr unbedingt und überall traditionell am Arbeitsplatz im Betrieb in der Normalarbeitszeit durchgeführt werden muss. Arbeitgeber können mithilfe neuer digitaler Technologien, wie z. B. mobile Endgeräte und Cloud-Lösungen, besser auf das Bedürfnis nach mehr zeitlicher und räumlicher Souveränität eingehen und Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatem bereitstellen. Gerade bei Beschäftigten mit Betreuungsverantwortung – Kinderbetreuung gleichermaßen wie Pflegeverantwortung – sind flexible Arbeitszeiten und –orte eine große Unterstützung, um Beruf und Privates in Einklang bringen zu können.

Durch die Dimensionen Ort und Zeit wird nicht nur das Arbeitsleben strukturiert, sondern auch komplementäre Lebensbereiche wie Freizeit bzw. Privatleben, die Familie(-narbeit), das Ehrenamt usw. Gleichzeitig kommen auch dort neue digitale Technologien zum Einsatz und üben somit direkten Einfluss auf diese Lebensbereiche aus. Damit besteht nicht nur das Potenzial der besseren Vereinbarkeit und Entlastung, sondern auch die Gefahr der Entgrenzung von Arbeits- und Privatleben.

Damit einhergehende Stressauslöser in unserer Beschleunigungsgesellschaft sind allgegenwärtig und müssen ernst genommen werden.

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Wie Stress entsteht und was wir tun können, wurde im Seminar dargestellt und mit praktischen Übungen unterlegt. In diesem Zusammenhang kommt der Arbeitsorganisation und dem Zeitmanagement eine große Bedeutung zu. Auch hierzu wurden praktische Tipps und nützliche Regeln aufgezeigt.

Im Rahmen von Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilität erhält das Betriebliche Gesundheitsmanagement von Beginn an einen hohen Stellenwert. Aus Sicht der Beschäftigten sind mit der Gesundheitsförderung Verbesserungen für Arbeits- und Lebensqualität verbunden. Auch der Return of Investment für Betriebe durch betriebliche Gesundheitsmaßnahmen ist vielfach nachgewiesen. Neben ergonomischer Gestaltung von Arbeitsumgebung, Arbeitsplatz und Arbeitsmitteln (z. B. Softwareergonomie) spielt die Gesundheitsprävention für Arbeitsprozesse mit digitalen Technologien und Systemen eine wichtige Rolle. Anhand von Beispielen wurde im Seminar verdeutlicht, wie das Betriebliche Gesundheitsmanagement – auch unter Einbindung von Unternehmenskultur, Personalstrategie und Personalentwicklung – im Unternehmen für Veränderungen im Zuge der Digitalisierung genutzt werden kann.

In den verschiedenen Branchen und Berufen ist Flexibilisierung nicht gleichermaßen möglich. So sind der Flexibilität zum Beispiel im produzierenden Gewerbe oder in Betrieben mit Schichtarbeit oft Grenzen gesetzt. Um im Wettbewerb neben den Wettbewerbern zu bestehen, müssen aber auch diese Unternehmen eine für sie passende Flexibilität entwickeln. Unternehmen, die Angebote für Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilität für Ihre Beschäftigten unterbreiten, stellen sich in dieser Hinsicht als attraktiver Arbeitgeber auf.

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Dazu müssen Fragen der Unternehmenskultur bzw. einer Vertrauenskultur bei mobiler und zeitflexibler Arbeit beantwortet werden, wie z. B.:

  • Wie regle ich die Fragen der Arbeitszeiterfassung?
  • Was gilt eigentlich als Arbeitszeit und was nicht?
  • Ist das Abrufen von E-Mails am Sonntag oder am Abend zu Hause Arbeitszeit oder nicht?
  • Wie lauten die Arbeitsschutzbestimmungen?

Diesen und anderen Fragen in Zusammenhang mit Arbeitszeit- und Arbeitsortflexibilität wird im Rahmen des Präsenzseminars „Arbeitszeitsouveränität in Zeiten der Digitalisierung“ nachgegangen. Es werden Vorteile und Nachteile aufgezeigt und wichtige Arbeitszeitmodelle vorgestellt. Außerdem wird das Vorgehen zur Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle vorgestellt. In interaktiven Modulen und dem Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden werden Bedarfe und Wünsche aus den Unternehmen diskutiert und gute Beispiele wie auch Herausforderungen ausgetauscht. Neben arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen zum flexiblen Arbeiten werden auch Ergebnisse aus empirischer Forschung in Bezug zur Entgrenzung der Arbeitszeit als praktisches Problem angesprochen.

Das Präsenzseminar „Arbeitszeitsouveränität in Zeiten der Digitalisierung“ findet an folgenden Terminen statt: 08.10.2019, 11.11.2019, 21.01.2020, 05.03.2020 (oder nach Vereinbarung). Nähere Informationen zum Seminar und zum Veranstaltungsort werden rechtzeitig auf der Homepage www.vernetzt-wachsen.de bekanntgegeben.

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  • ANSPRECHPARTNER

Christian Buchwald

Christian Buchwald

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